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Nahaufnahme einer Kopfhaut mit lichter werdendem Haar, die den Zusammenhang zwischen Haarausfall und Haarzyklus verdeutlicht.

Der Haarzyklus – eine Einführung in die Wachstumsphasen

Unsere Haare wachsen etwa einen bis eineinhalb Zentimeter pro Monat. Dabei befinden sich aber nicht alle Haar in derselben Wachstumsphase. Der Haarzyklus besteht aus drei Phasen: der Wachstumsphase (Anagenphase), Übergangsphase (Katagenphase) und der Ruhephase (Telogenphase).

Wie und in welchen Phasen genau Ihr Haar wächst, wie viele Haare sich in welcher Phase befinden und welchen Einfluss der Haarzyklus auf eine Haartransplantation in Istanbul hat, erfahren Sie hier.

Die drei Abschnitte des Haarwachstums im Überblick

Die drei Phasen des Haarzyklus befinden sich in einem dauerhaften Wechselspiel miteinander und stellen gemeinsam einen Kreislauf dar, der gesundes Haar erhält und altes Haar absterben lässt. Es ist daher normal, dass wir durchschnittlich etwa 100 Haare verlieren.

Anagenphase: aktive Wachstumszeit

Die längste Phase ist die Anagenphase. Sie dauert etwa zwei bis sechs Jahre und zeichnet sich dadurch aus, dass das Haar in dieser Phase aktiv wächst. Circa 80 bis 90 Prozent der Haare befinden sich in dieser Phase.

Katagenphase: Übergangs- und Umstellungsphase

Die Kategenphase dauert nur zwei bis drei Wochen an. Da ist es logisch, dass sich auch nur etwa ein bis drei Prozent der Haare in dieser Wachstumsphase befinden. In der Übergangsphase löst sich die Haarwurzel langsam von der Blutversorgung.

Telogenphase: Ruhephase mit anschließendem Haarausfall

Die letzte Phase ist die Telogenphase. Sie dauert in etwa zwei bis vier Monate an und ist dadurch gekennzeichnet, dass die Haare ausfallen. Wenn der Haarwuchs gesund ist, bilden sich unter dem ausfallenden Haar bereits neue Haare und der Zyklus beginnt erneut.

Grafik des Haarwachstumszyklus mit drei Phasen: Anagenphase (aktives Haarwachstum, grün), Katagenphase (Übergangsphase, gelb) und Telogenphase (Ruhephase, orange). Die Phasen sind kreisförmig mit Pfeilen dargestellt, die den kontinuierlichen Zyklus verdeutlichen.
Der Haarwachstumszyklus

Verteilung der Haare auf die einzelnen Phasen

Wenn Sie Fakten und Statistiken mögen, finden Sie hier alles, was Sie wissen müssen in der tabellarischen Übersicht:

Phase Anteil Dauer Phase
Anagenphase 80 bis 90 Prozent 2 bis 6 Jahre
Kategenphase 1 bis 3 Prozent 2 bis 3 Wochen
Telogenphase 10 bis 15 Prozent 2 bis 4 Monate

Der Haarzyklus und die Aufteilung in wiederkehrende rhythmische Phasen sorgen dafür, dass der Haarbestand konstant ist und Sie, wenn nicht die Haare vorzeitig ausfallen, immer eine ähnliche Anzahl an Haaren auf dem Kopf haben.

Gründe für ein Ungleichgewicht im Haarwachstumszyklus

Der Haarwuchs kann gestört werden, wodurch der Haarzyklus aus dem Gleichgewicht gerät. Mögliche Gründe dafür sind:

  • Medikamente – Einige Medikamente, zum Beispiel solche, die im Rahmen einer Chemotherapie verabreicht werden, können zu diffusem Haarausfall führen.
  • Krankheiten – Vor allem Autoimmunerkrankungen gehen mitunter mit Haarausfall einher.
  • Stress und psychische Faktoren – Stress und Unwohlsein äußern sich oft körperlich, z. B. durch Haarausfall.
  • Androgenetische Alopezie – Erblich bedingter Haarausfall sorgt dafür, dass das Haar nicht mehr im gleichen Maß nachwächst.
  • Mechanische Belastungen – Zum Beispiel eng gebundene Haare können Druck auf die Haarwurzel ausüben und somit mechanischen Haarausfall bedingen.
  • Hormonelle Faktoren – Schwangerschaften, Wechseljahre und ähnliche hormonelle Umstellungen können sich auf den Haarwuchs auswirken.

Anzeichen und Diagnosemöglichkeiten bei Zyklusstörungen

Das deutlichste Zeichen dafür, dass der Haarzyklus gestört ist, ist, wenn Sie feststellen, dass Ihnen überdurchschnittlich große Mengen an Haaren ausfallen und Ihr Haar sichtlich dünner wird. Die Veränderungen werden in der Regel im Stirnbereich, den Schläfen und am Scheitel beginnen.

Diagnostisch wird häufig ein Trichogramm angewandt, um festzustellen, in welchem Verhältnis sich die Phasen derzeit befinden. Hierfür wird Ihnen eine Haarprobe entnommen und die Haare werden mikroskopisch untersucht. Dadurch können die Ärzte sagen, wie viele Haare sich in welcher Phase befinden.

Haartransplantation im Kontext des Haarzyklus

Transplantierte Haare durchlaufen die Stufen des Haarzyklus ebenfalls. Nach der Transplantation beginnt der Zyklus allerdings mit der Telogenphase. Die transplantierten Haare fallen dementsprechend etwa zwei bis sechs Wochen nach dem Eingriff in der Regel aus. Nach circa drei Monaten setzt das eigenständige Wachstum, die erste Anagenphase ein. Nach etwa zwölf Monaten ist der Zyklus abgeschlossen und die Haare haben ihre finale Form und Kraft.

FAQ

Wie lange dauert ein Haarwachstumszyklus insgesamt?

Ein Haarzyklus dauert in etwa zwei bis sieben Jahre. Wie lange er genau dauert, hängt von verschiedenen Faktoren wie den genetischen Bedingungen und dem Alter ab.

Wie viele Haare fallen täglich aus?

Bei einem gesunden Haarwachstum verlieren Sie 50 bis 100 Haare am Tag. Durch bestimmte Faktoren kann diese Zahl deutlich steigen.

Lässt sich die Wachstumsphase verlängern?

Gesunde und ausgewogene Ernährung, schonende Pflege und ähnliches helfen, das Haar gesund zu halten. Auch Medikamente wie Minoxidil können gewisse Erfolge erzielen.

Wofür wird ein Trichogramm genutzt?

Das Trichogramm dient zur Analyse der Haarstruktur. Es werden hierbei 50 bis 100 Haare entnommen, die im Labor darauf untersucht werden, in welcher Wachstumsphase sie sich derzeit befinden. Dadurch kann gesagt werden, wie das allgemeine Verhältnis der Wachstumsphasen ist.

Gibt es Unterschiede zwischen Kopf- und Körperhaaren?

Ja, die Wachstumsphase ist bei Kopfhaaren deutlich länger. Das ist auch der Grund, warum Körperhaare nie so lang werden, wie es die Haare auf dem Kopf tun.

Welche Vitamine und Mineralstoffe unterstützen den Haarzyklus?

Es gibt zahlreiche Vitamine und Mineralstoffe, die den Haarzyklus unterstützen. Dazu gehören besonders: Biotin, Zink, Eisen, Vitamin D, Vitamin B12 und ausreichend Eiweiß.

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