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Frau analysiert ihre Haare auf möglichen Haarausfall

Diffuser Haarausfall – Ursachen, Verlauf und Diagnose

Diffuser Haarausfall ist manchmal schwer zu diagnostizieren und folgt, entgegen dem erblich bedingten Haarausfall, keinen klaren Mustern. Dennoch stellen Betroffene oft fest, dass sie Haare verlieren und das löst eine Unsicherheit aus, die gelöst werden will. Eine klare Diagnose ist meist erst nach ärztlicher Rücksprache möglich, trotzdem können Informationen Ihnen dabei helfen, die Situation besser zu verstehen und einzuschätzen.

Nach Angaben der ISHRS aus dem Jahr 2025 entfallen etwa 15 % der Haartransplantationen weltweit auf Frauen. Das zeigt: Haarausfall betrifft nicht nur Männer. Immer mehr Frauen suchen gezielt nach Lösungen. Auch nicht-chirurgische Behandlungen kamen 2024 bei Frauen häufiger zum Einsatz. Das weist auf ein wachsendes Bewusstsein für diffusen Haarausfall hin.

Wir besprechen daher heute, was diffuser Haarausfall ist, beleuchten Ursachen für diffusen Haarausfall und zeigen auf, wie er vom erblich bedingten Haarausfall abzugrenzen ist. Außerdem beantworten wir die Frage, ob psychische Belastungen ein Faktor sein können, wie ausgewogene Ernährung sich auswirkt und ob die Einnahme bestimmter Medikamente das Problem behebt.

Was ist diffuser Haarausfall?

Diffuser Haarausfall ist ein Verlust von Haaren und ein abnehmendes Volumen der Haare auf dem gesamten Kopf. Im Gegensatz zum kreisrunden Haarausfall beschränkt sich dieses Phänomen also nicht auf einzelne Regionen und es kommt bei dieser Form des Haarausfalls nicht zur Bildung von kahlen Stellen.

Ein geringer Haarausfall bei Frauen und Männern ist normal. Wenn Sie aber über 100 Haare am Tag verlieren, ist das normale Maß überschritten. Während genetisch bedingter Haarausfall und kreisrunder Haarausfall genormten Mustern folgen und kahle Stellen hinterlassen, ist der diffuse Haarausfall dadurch gekennzeichnet, dass es zu einem Haarverlust auf dem ganzen Kopf kommt, der keinen klaren Mustern folgt. Wenn Sie sehr voluminöses Haar haben, ist der Haarverlust optisch oft schwer festzustellen, während Sie bei ohnehin dünnerem Haar stellenweise die Kopfhaut durchschimmern sehen könnten.

Ursachen für diffusen Haarausfall

Es gibt verschiedene Ursachen, die den diffusen Haarausfall bedingen können. Eine häufige Ursache des Haarausfalls sind zum Beispiel chronische Erkrankungen. Aber auch physischer oder psychischer Stress können der Grund für dieses Phänomen sein. Bei Frauen sind zudem hormonelle Veränderungen ein häufiger Auslöser für den diffusen Haarausfall. Diese können durch eine Schwangerschaft bzw. eine Geburt ausgelöst werden, im Rahmen der Wechseljahre auftreten oder im Zusammenhang mit der Antibaby-Pille stehen. Während der Haarwuchs in der Schwangerschaft oft stärker ausfällt, verlieren viele Frauen nach der Geburt vermehrt Haare. Das Absetzen der Pille hingegen kann in einigen Fällen einen diffusen Haarausfall zur Folge haben. Weitere mögliche Ursachen sind zum Beispiel:

  • Nährstoffmangel (häufig Eisen)
  • Infektionskrankheiten wie die Grippe oder Covid-19
  • Akute Vergiftungen
  • Belastung durch Schwermetalle
  • Die Einnahme bestimmter Medikamente wie Blutverdünner
  • Die Folgen einer Chemo-Therapie. Hier fallen oft nicht nur die Kopfhaare, sondern auch Körperhaare und die Augenbrauenhaare aus
  • Hauterkrankungen auf der Kopfhaut
  • Über- oder Unterfunktion der Schilddrüse
  • Bestimmte Diäten und Essstörungen
  • Mechanische Ursachen, wie sehr eng gebundene Zöpfe.
Grafische Veranschaulichung der Ursachen für diffusen Haarausfall
Ursachen für diffusen Haarausfall

Verlauf des diffusen Haarausfalls

Der diffuse Haarausfall geht auf ein auslösendes Ereignis zurück. In der Regel tritt der Haarverlust aber nicht umgehend auf, sondern mit einiger Verzögerung. Etwa 2 bis 3 Monate nach dem auslösenden Ereignis folgt der Haarausfall. Wenn die Ursache behoben oder der Haarausfall erfolgreich behandelt wird, wachsen die Haare nach 6 bis 12 Monaten nach und der Schaden kann meist vollständig behoben werden.

Diagnose beim Arzt: So wird diffuser Haarausfall festgestellt

Die häufigere Form des Haarausfalls ist die androgenetische Alopezie (erblich bedingter Haarausfall) und der diffuse Haarausfall ist oft schwerer zu diagnostizieren. Wenn Sie allerdings einen diffusen Haarverlust feststellen, kann ein Arzt durch ein Gespräch und eine körperliche Untersuchung die richtige Diagnose stellen. Wichtige Werkzeuge, um die Diagnose zu stellen, sind die Haarwurzelanalyse und ein Blutbild. In einem Beratungsgespräch kann der Behandler außerdem herausfinden, ob Sie möglicherweise typischen Ursachen ausgesetzt sind, zum Beispiel unter starkem Stress leiden.

Behandlungsmöglichkeiten bei diffusem Haarausfall

Bei diffusem Haarausfall besteht die Behandlung in aller Regel darin, die Ursachen zu bekämpfen. Wenn Sie unter starkem Stress leiden, sollte dieser minimiert werden. Bei einer Diät als Ursache sollten Sie diese beenden. Wenn Sie unter Nährstoffmangel leiden, können entsprechende Präparate helfen und Sie sollten erwägen, Ihre Ernährung umzustellen und bei einer Krankheit als grundlegende Ursache kann diese ggf. medikamentös behandelt werden.

Minoxidil-Präparate und die Eigenbluttherapie finden zwar in der Praxis mitunter Anwendung bei der Behandlung von diffusem Haarausfall, der wissenschaftliche Nutzen ist aber nicht ausreichend belegt und dadurch sind die Maßnahmen umstritten. Zwar wird die Haarwurzel gestärkt, wenn die Ursachen aber nicht behoben werden, kommt es normalerweise trotzdem zu weiterem Haarausfall.

Diffuser Haarausfall & Haartransplantation – Ist das sinnvoll?

Bei diffusem Haarausfall ist eine Haartransplantation in Istanbul keine geeignete Lösung. Zum einen liegt das daran, dass auch der Spenderbereich betroffen sein kann und zum anderen kann keine seriöse Erfolgsprognose aufgestellt werden. Wenn Sie unter diffusem Haarausfall leiden, sollten Sie stattdessen die Ursachen beheben.

 

FAQs

Wie unterscheide ich diffusen von genetischem Haarausfall?

Während androgenetische Alopezie festgelegten Mustern folgt und sich an einigen Stellen auf dem Kopf zeigt, verteilt sich der diffuse Haarausfall über den ganzen Kopfbereich. Genetisch bedingter Haarausfall zeigt sich also durch kahle Stellen, zum Beispiel Geheimratsecken, während diffuser Haarausfall einen Verlust an Haarvolumen zur Folge hat.

Ist diffuser Haarausfall heilbar?

In aller Regel ist diffuser Haarausfall heilbar. Die Heilbarkeit steht im engen Zusammenhang mit der Behebung der Ursachen. So die Ursache des Haarausfalls also erfolgreich behandelt wird, wachsen die Haare in der Regel 6 bis 12 Monate nach der Heilung wieder wie gewohnt nach.

Muss ich bei Haarausfall sofort zum Arzt?

Je früher der Haarausfall behandelt wird, desto besser sind die Vorher-Nachher Resultate. Um schimmere Ursachen und Erkrankungen auszuschließen, ist es sinnvoll, einen Arzt aufzusuchen, wenn der Haarausfall über mehrere Wochen anhält oder sehr stark ausfällt.

Wie lange dauert es, bis die Haare wieder nachwachsen?

Bei diffusem Haarausfall hängt viel von der Ursache ab. So diese diagnostiziert und erfolgreich behandelt wird, sollten die Haare sich innerhalb von 6 bis 12 Monaten regenerieren.

Ist diffuser Haarausfall bei Frauen häufiger als bei Männern?

Ja, Frauen leiden häufiger an diffusem Haarausfall als Männer. Das liegt daran, dass hormonelle Veränderungen eine der möglichen Ursachen sind. Diese treten bei Frauen aufgrund hormonbasierter Verhütungsmethoden, Schwangerschaften und Wechseljahren vermehrt auf.

Kann man diffusem Haarausfall vorbeugen?

Sie können die Risikofaktoren verringern, die zu diffusem Haarausfall führen. Hierfür sollten Sie sich ausgewogen ernähren, auf die Zufuhr von Nährstoffen achten und Ihr Stresslevel möglichst gering halten. Außerdem sollten Sie Ihre Schilddrüsenwerte hin und wieder überprüfen lassen.